Wie gesagt, weiß ich – ganz ehrlich gesagt – gar nicht, warum, aber voll Bescheid!
Wie gesagt, ich erwisch mich ja immer wieder selbst dabei, wie ich durchaus sinnhafte Satzbausteine völlig inflationär als leere Worthülsen benutze. Warum zum Beispiel beginne ich ein Gespräch – oder sogar einen Blog-Artikel – mit „wie gesagt“? In einem Moment, wo es situationsbedingt völlig unmöglich ist, bereits über jenes oder irgendein anderes Thema debattiert zu haben? Ich weiß es – ehrlich gesagt – nicht.
Und warum betone ich meine Aussagen mit „ehrlich gesagt“? Was denn sonst? Ist jeder Satz, in dem ich nicht extra sage: „ganz ehrlich“ oder: „Achtung, jetzt kommt ein Statement mit Wahrheitsgehalt“, gelogen? Nun, wenn man überlegt, dass laut wissenschaftlicher Studien (bestimmt zu 100 % ganz ehrlich verlässlich) jeder Mensch rund 200 mal am Tag lügt, wäre solch ein Indikator wahrscheinlich wirklich angebracht. Aber – ganz ehrlich jetzt – glauben wir einen Satz, der so eingeleitet wird, tatsächlich eher? Ich habe da vielmehr so ein akutes Gefühl von: Aha, wenn der das so herausstellen muss, dann ist es garantiert geflunkert.
Und was ist mit „Aber das Geilste war …“ oder „Oh Gott, das hab ich noch gar nicht erzählt …“? Sind solche Einleitungen nicht auch meist Ausdruck reiner Effekthascherei? Nun, das mag sein, stört mich aber nicht. Schließlich legt sich der Redende selbst ein Ei ins Nest, denn wenn jetzt nicht wirklich etwas Superlativ würdiges kommt, dann verliert er direkt an Glaubwürdigkeit und spätestens, wenn er das nächste Mal eine Story einleitet mit „Du ahnst nicht, was gestern passiert ist …“, dann weiß ich schon, was mich erwartet – und vor allem, was nicht.
Aber was ist von den Wahrheitsbekundlern und den – natürlich: bereits erwähnten – Wir-haben-ja-schon-einmal-darüber-gesprochen-Unterstellern zu halten? Schließlich erwische ich mich selbst ständig dabei und frage mich dann ernsthaft, warum? Also, nicht warum ich mich dabei erwische, das wär ja total schizophren. Ich frage mich einfach, was ich (oder wir beide) wohl damit bezwecke(n) …
miss trallafitti am 12. Juni 13
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